Immobilienwissen

Altes Haus kaufen: Worauf Sie im Landkreis Lörrach achten sollten

von Jessica Gempp

16 min

Am 15.10.2026 fand unsere Veranstaltung „Keine Angst vorm Altbau“ zum Thema: Altbau kaufen: Worauf Sie achten sollten, bei Einrichten Schweigert in Maulburg statt. Gemeinsam mit den Experten von Einrichten Schweigert und Ilbert Worm, dem Energieberater unseres Vertrauens, legten wir den Fokus auf die Wirtschaftlichkeit von Altbauten.

Als Makler machen wir immer wieder die Erfahrung, dass Immobilienkäufer vor dem Kauf älterer Immobilien zurückschrecken, weil sie die Kosten für Sanierung und Renovierung sowie den damit verbundenen Aufwand und die Machbarkeit nur schwer einschätzen können.

In diesem Blogbeitrag können Sie die wichtigsten Erkenntnisse unseres Infoabends nachlesen.

Infoveranstaltung von inovo, alte Immobilie kaufen

Ab wann gilt ein Haus als Altbau?

Eine einheitliche gesetzliche Definition für den Begriff „Altbau“ gibt es in Deutschland nicht. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden vor allem Gebäude als Altbau bezeichnet, die vor 1949 errichtet wurden. Im Immobilienbereich wird der Begriff jedoch häufig weiter gefasst und auch für Häuser aus den 1950er-, 1960er- oder 1970er-Jahren verwendet.

Entscheidend ist deshalb nicht allein das Baujahr, sondern auch der bauliche und energetische Zustand einer Immobilie. Ein älteres Haus kann bereits umfassend modernisiert sein, während ein vergleichsweise junges Gebäude einen erheblichen Sanierungsbedarf aufweisen kann.

Welche älteren Häuser gibt es im Landkreis Lörrach?

Ältere Häuser sind im Landkreis Lörrach der Normalfall: 56,5 Prozent der Gebäude mit Wohnraum wurden bis 1978 fertiggestellt, 14,2 Prozent schon vor 1919 (Zensus 2022). Damit stammt rund jedes siebte Gebäude mit Wohnraum im Landkreis aus der Zeit vor 1919, mehr als im Landesschnitt von 10,5 Prozent.

Gebiet Gebäude mit Wohnraum bis 1978 fertiggestellt vor 1919 fertiggestellt
Lörrach 8.736 58,8 % 14,2 %
Weil am Rhein 6.030 61,2 % 6,7 %
Rheinfelden (Baden) 6.755 55,5 % 8,3 %
Schopfheim 4.276 55,2 % 15,3 %
Grenzach-Wyhlen 3.355 54,5 % 9,2 %
Steinen 2.665 55,2 % 13,0 %
Kandern 2.424 57,0 % 24,2 %
Kleines Wiesental 994 68,2 % 33,9 %
Maulburg 972 51,0 % 12,6 %
Landkreis Lörrach 51.660 56,5 % 14,2 %
Baden-Württemberg 2.566.980 58,0 % 10,5 %

Quelle: Zensus 2022, Gebäude mit Wohnraum nach Baujahr, Stichtag 15. Mai 2022.

Am ältesten ist der Bestand im Kleinen Wiesental: Dort wurde rund ein Drittel der Gebäude mit Wohnraum vor 1919 fertig. In Weil am Rhein sind es 6,7 Prozent.

 

Typische ältere Häuser in der Region

  • Häuser aus der Zeit der Textilindustrie: Nach der Gründung einer Textilfabrik in Lörrach 1808 entstanden in den 1820er Jahren Webereien und Spinnereien in Steinen, Zell im Wiesental und Schönau im Schwarzwald. Aus dieser Zeit stammen Fabrikantenvillen wie die 1850 erbaute Villa Köchlin in Steinen. Sogenannte Köchlinhäuser führt der Grundstücksmarktbericht für Lörrach und Inzlingen als eigenen Gebäudetyp.
  • Fertighäuser der 1970er bis 1990er Jahre: Sie haben eigene Prüfpunkte, die unser Beitrag Fertighaus kaufen beschreibt.

In unserem Makleralltag begleiten wir regelmäßig den Verkauf von Alt- und Neubauten. Beide Immobilienarten haben ihre eigenen Vorzüge, aber auch Herausforderungen.

Worauf sollten Sie bei der Besichtigung achten?

Bei der Besichtigung eines alten Hauses sollten Sie vor allem Dach, Feuchtigkeit, Fenster, Heizung, Elektrik, Wasserleitungen, mögliche Schadstoffe und den Grundriss prüfen. Den Energieausweis muss der Verkäufer spätestens bei der Besichtigung vorlegen und nach dem Kaufvertrag unverzüglich übergeben (§ 80 Gebäudemodernisierungsgesetz).

  • Dach: Wie alt ist die Eindeckung? Sind Dach oder oberste Geschossdecke gedämmt? Wasserflecken im Dachgeschoss sind ein Warnzeichen.
  • Keller und Wände: Achten Sie auf feuchte Stellen, abplatzenden Putz, weiße Salzränder und muffigen Geruch.
  • Fenster: Wie alt sind Rahmen und Verglasung, und schließen die Fenster dicht?
  • Heizung: Welche Heizung mit welchem Brennstoff ist eingebaut, und aus welchem Jahr? Das Baujahr steht auf dem Typenschild.
  • Elektrik: Wie alt sind Leitungen und Sicherungskasten?
  • Wasserleitungen: Fragen Sie nach dem Material. Bleileitungen mussten bis zum 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden.
  • Schadstoffe: Bei Baubeginn vor dem 31. Oktober 1993 kann Asbest verbaut sein. Fragen Sie nach Gutachten und früheren Sanierungen.
  • Grundriss: Passen die Räume zu Ihren Plänen, und welche Wände tragen? Wie sich ein alter Grundriss anders nutzen lässt, zeigt Jacqueline Schweigert beim Infoabend.

Lassen Sie sich die Unterlagen zeigen: Energieausweis, Grundrisse, Baugenehmigung und Belege über frühere Modernisierungen. Mehr dazu in unseren 10 Hauskauf-Tipps und in unserer Checkliste zur Hausbesichtigung als PDF. Wie Sie den Ausweis lesen, erklärt der Beitrag Energieausweis einfach erklärt.

 

Die Lage prüfen

  • Hochwasser: Die Hochwassergefahrenkarten des Landes zeigen, welche Flächen an Flüssen wie der Wiese überflutet werden können.
  • Starkregen: Die Stadt Lörrach stuft ihr Stadtgebiet wegen der Topografie als besonders gefährdet ein: Grundstücke am Hang, in Mulden oder im Tal seien sehr anfällig. Fragen Sie nach früheren Wasserschäden.
  • Wärmeplan: Für alle 35 Gemeinden im Landkreis gibt es Wärmepläne. Sie zeigen, wo Wärmenetze in Frage kommen. In Lörrach besteht derzeit keine Pflicht, ein Haus an ein Wärmenetz anzuschließen.
  • Radon: 13 Gemeinden im Landkreis Lörrach sind seit dem 15. Juni 2021 Radonvorsorgegebiete, vor allem im oberen Wiesental, darunter Kleines Wiesental, Schönau im Schwarzwald und Häg-Ehrsberg. In bestehenden Wohnhäusern ist Radonschutz freiwillig. Lörrach, Weil am Rhein, Rheinfelden (Baden), Schopfheim und Maulburg gehören nicht dazu. Eine Messung kostet laut Umweltministerium Baden-Württemberg rund 25 bis 30 Euro je Messdose, laut Landratsamt Lörrach 30 bis 50 Euro.

Welche Pflichten haben Sie nach dem Kauf?

Nach dem Kauf eines alten Hauses müssen Sie eine oberste Geschossdecke ohne ausreichenden Wärmeschutz dämmen, alternativ das Dach darüber. Dasselbe gilt für ungedämmte, zugängliche Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen (§§ 35 und 69 Gebäudemodernisierungsgesetz, Stand September 2026).

Zwei Jahre Zeit haben Sie, wenn Ihr Kauf der erste Eigentümerwechsel seit dem 1. Februar 2002 ist und der Eigentümer das Haus mit höchstens zwei Wohnungen an diesem Tag selbst bewohnt hat. Sonst gilt die Pflicht bereits, und mit Ihrem Kauf beginnt keine neue Frist. Fragen Sie deshalb nach, was schon gedämmt ist. Bewohnen Sie das Haus selbst, entfällt die Pflicht für die Decke, wenn sich die Dämmung nicht in angemessener Frist durch die eingesparte Energie bezahlt macht.

Diese Regeln sollten Sie außerdem kennen:

  • Alte Heizung: Die Pflicht, alte Heizkessel nach 30 Jahren auszutauschen, ist seit dem 29. Juli 2026 gestrichen.
  • Neue Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung: Wird sie nach dem 29. Juli 2026 eingebaut, muss sie ab 2029 mindestens 10 Prozent Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas oder bestimmte Arten von Wasserstoff nutzen, ab 2040 mindestens 60 Prozent (§ 43).
  • Heizungstausch in Baden-Württemberg: In Gebäuden, die am 1. Januar 2009 schon standen, müssen nach dem Tausch 15 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien kommen, alternativ gelten Ersatzmaßnahmen. Ein höchstens fünf Jahre alter Sanierungsfahrplan deckt ein Drittel der Pflicht ab (§§ 4 und 9 Erneuerbare-Wärme-Gesetz).
  • Dachsanierung in Baden-Württemberg: Wer Abdichtung oder Eindeckung des Dachs vollständig erneuert, fällt unter die Photovoltaik-Pflicht des Landes (§ 23 Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz).
  • Bleileitungen: Sie mussten bis zum 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden. Hat das Gesundheitsamt die Frist für ein Haus verlängert, dessen Wasser nur der eigene Haushalt nutzt, endet sie ein Jahr nach dem Eigentümerwechsel (§ 17 Trinkwasserverordnung).
  • Rauchwarnmelder: Schlafräume und die Flure, die von dort als Rettungsweg dienen, brauchen je mindestens einen Rauchwarnmelder (§ 15 Landesbauordnung Baden-Württemberg).
  • Beratung zum Energieausweis: Beim Kauf eines Hauses mit höchstens zwei Wohnungen müssen Sie ein kostenlos angebotenes Beratungsgespräch zum Energieausweis führen. Diese Pflicht steht nur noch bis zum 31. Dezember 2026 im Gesetz.

Mehr zur Heizung lesen Sie im Beitrag zum Heizungsgesetz 2026. Ob eine Pflicht auf Ihr Haus zutrifft, klärt eine Energieberatung im Einzelfall, in Lörrach zum Beispiel bei Energieberater Ilbert Worm.

Was kostet die Sanierung eines alten Hauses?

Was die Sanierung eines alten Hauses kostet, hängt vom einzelnen Gebäude ab und lässt sich erst nach einer Prüfung vor Ort seriös beziffern. Eine belastbare Grundlage liefert ein individueller Sanierungsfahrplan, den ein Energieberater für Ihr Haus erstellt. In Lörrach erstellt Energieberater Ilbert Worm solche Sanierungsfahrpläne, mit konkreten Maßnahmen und einer Einschätzung der Investitionskosten.

Für die oft genannte Faustregel, eine Sanierung koste ein Drittel bis die Hälfte des Kaufpreises, haben wir keine Quelle gefunden. Die Kosten hängen am Zustand von Dach und Dämmung, Fenstern, Heizung, Elektrik und Leitungen, Bad und Küche, Schadstoffen wie Asbest und an Änderungen am Grundriss.

Einen Anhaltspunkt gibt eine Modellrechnung von co2online (Stand Februar 2026): Die Komplettsanierung eines Einfamilienhauses mit 130 Quadratmetern Wohnfläche kostet dort je nach Heizung zwischen 127.000 und 146.000 Euro, vor Abzug von Förderung. co2online betont selbst, dass sich keine pauschalen Angaben machen lassen.

Die Energieberatung für einen individuellen Sanierungsfahrplan fördert der Bund mit 50 Prozent des Honorars, bei Ein- und Zweifamilienhäusern mit höchstens 650 Euro (BAFA, Stand September 2026). Rechnen Sie außerdem die Grunderwerbsteuer ein: Sie beträgt in Baden-Württemberg 5,0 Prozent des Kaufpreises.

 

In welcher Reihenfolge sollten Sie sanieren?

Sinnvoll ist eine Sanierung in vier Stufen: zuerst Sicherheit und Substanz, dann die gesetzlichen Pflichten, danach die energetische Sanierung nach einem Sanierungsfahrplan und zum Schluss Komfort und Gestaltung.

  1. Sicherheit und Substanz: Beheben Sie zuerst Schäden, die sich sonst ausweiten, etwa ein undichtes Dach oder Feuchtigkeit im Mauerwerk. Dazu gehören veraltete Elektrik, Schadstoffe und Bleileitungen.
  2. Gesetzliche Pflichten: Dämmen Sie die oberste Geschossdecke oder das Dach und die ungedämmten Leitungen in unbeheizten Räumen.
  3. Energie nach Plan: Setzen Sie Dämmung, Fenster und Heizung in der Reihenfolge des Sanierungsfahrplans um. So passt jede Maßnahme zur nächsten, und die neue Heizung wird für das gedämmte Haus ausgelegt.
  4. Komfort und Gestaltung: Bad, Küche, Böden und Grundriss. Wer Wände versetzt, plant Leitungen und Elektrik am besten gleich mit. Für Grundriss und Einrichtung hilft eine Raumplanung, für das Bad eine Sanitärplanung.

Denken Sie bei jeder Stufe an die Förderung: Die meisten Anträge müssen gestellt sein, bevor die Arbeiten beginnen.

 

Welche Förderung gibt es 2026?

Für Kauf und Sanierung eines alten Hauses gibt es 2026 Kredite und Zuschüsse der KfW, Zuschüsse des BAFA, eine Steuerermäßigung und in Baden-Württemberg Darlehen der L-Bank. Fast immer gilt: Der Antrag kommt vor dem Kaufvertrag oder vor dem Beginn der Arbeiten. Beim Antrag hilft eine Förderberatung, wie sie zum Beispiel Energieberater Ilbert Worm anbietet.

Programm Wofür Das Wichtigste (Stand September 2026)
KfW 308 „Jung kauft Alt“ Hauskauf durch Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Kredit bis 140.000 Euro (ein Kind) bis 180.000 Euro (ab drei Kindern). Haushaltseinkommen bis 90.000 Euro bei einem Kind, plus 10.000 Euro je weiterem Kind, noch kein Wohneigentum. Haus mit Effizienzklasse F, G oder H, Sanierung binnen 54 Monaten auf mindestens Effizienzhaus 85 EE. Antrag vor dem Kaufvertrag
KfW 458 neue Heizung Zuschuss ab 30 Prozent, förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Mit Boni bis 70 Prozent, bei niedrigem Haushaltseinkommen bis 80 Prozent. Antrag vor Beginn der Arbeiten
BAFA Einzelmaßnahmen Dämmung, Fenster, Anlagentechnik Zuschuss 15 Prozent, förderfähig bis 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, mit Sanierungsfahrplan bis 60.000 Euro. Den Bonus von 5 Prozent für den Sanierungsfahrplan gibt es erst ab 30.000 Euro Investition
BAFA Energieberatung individueller Sanierungsfahrplan 50 Prozent des Honorars, bei Ein- und Zweifamilienhäusern höchstens 650 Euro
KfW 261 Sanierung zum Effizienzhaus Kredit bis 150.000 Euro je Wohneinheit, Tilgungszuschuss 10 Prozent (Effizienzhaus 40 EE) oder 5 Prozent (55 EE)
Steuerermäßigung § 35c EStG energetische Maßnahmen im selbst genutzten Haus 20 Prozent der Kosten über drei Jahre, höchstens 40.000 Euro. Haus älter als zehn Jahre, Abschluss vor 2030, nicht zusätzlich zu einer Förderung derselben Maßnahme
L-Bank Z15-Darlehen gebrauchtes Eigenheim in Baden-Württemberg samt Modernisierung Zins 15 Jahre lang auf 1,00 Prozent verbilligt, mit Einkommensgrenzen
Sanierungsgebiet Altweil Modernisierung in Alt-Weil, Weil am Rhein Zuschuss 25 Prozent bis 25.000 Euro, bei Kulturdenkmalen 35 Prozent bis 35.000 Euro, ab 20.000 Euro Investition. Vereinbarung vor der Auftragsvergabe, möglich bis 30. April 2031

Beim Z15-Darlehen rechnet die L-Bank mit mindestens einem Jahr Wartezeit bis zur Bewilligung. Wer den Kaufvertrag unterschreibt, bevor die zuständige Förderstelle den vollständigen Antrag bestätigt hat, bekommt keine Förderung. Die L-Bank empfiehlt, erst nach der Zusage zu unterschreiben.

Für das Sanierungsgebiet Nördliche Innenstadt in Lörrach läuft der Bewilligungszeitraum bis zum 30. April 2028 (Sanierungsgebiete der Stadt Lörrach).

Einige Konditionen sinken schon ab Februar 2027. Prüfen Sie vor jedem Antrag den aktuellen Stand.

Lohnt sich ein altes Haus im Landkreis Lörrach?

Ein altes Haus lohnt sich, wenn Lage, Kaufpreis und Zustand zusammenpassen und Sie die Kosten für Sanierung und Pflichten vor dem Kauf realistisch kennen.

Aus Maklersicht sind drei Punkte wichtig:

  • Kaufpreis und Zustand: Rechnen Sie die geschätzten Sanierungskosten zum Kaufpreis dazu und vergleichen Sie die Summe mit modernisierten Häusern in ähnlicher Lage.
  • Lage und Baujahr: Dach, Heizung und Bad lassen sich erneuern, die Lage bleibt.
  • Preisverhandlung: Sichtbarer Sanierungsbedarf gehört in das Gespräch über den Preis.

Wie unterschiedlich die Preise für ältere Immobilien sind, zeigt der Grundstücksmarktbericht 2023 für Lörrach und Inzlingen: Bei Eigentumswohnungen mit Baujahr 1999 und älter schwankten die Quadratmeterpreise der Verkäufe 2021 und 2022 fast dreimal so stark wie bei Neubauten, 20,0 gegenüber 7,3 Prozent. Der Gutachterausschuss geht davon aus, dass gerade bei älteren Wohnungen Mikrolage, Ausstattung und Modernisierungsgrad die Preise maßgeblich beeinflusst haben. Heutige Preise lassen sich aus der Auswertung nicht ablesen.

Jessica Gempp sagt dazu:

„Ob sich der Kauf einer älteren Bestandsimmobilie lohnt, lässt sich aus meiner Sicht nie pauschal beantworten. Entscheidend sind vor allem die Lage, die Bauart und natürlich der individuelle Zustand der Immobilie.

In meiner täglichen Arbeit erlebe ich immer wieder, dass der Kauf eines Altbaus nicht am Haus selbst scheitert, sondern an der Unsicherheit rund um mögliche Zusatzkosten. Viele Käufer können schwer einschätzen, welche Investitionen neben dem Kaufpreis noch auf sie zukommen und welche Modernisierungen tatsächlich notwendig sind.

Das finde ich schade, denn gerade ältere Immobilien haben oft eine sehr solide Bausubstanz, viel Charakter und großes Entwicklungspotenzial. Wenn Lage, Substanz und Investitionsbedarf zusammenpassen, kann sich ein Altbau langfristig sehr lohnen und auch für kommende Generationen eine wertvolle Immobilie sein.“

Warum sanierungsbedürftige Häuser günstiger sein können, zeigt unser Beitrag zu günstigen Immobilien in Lörrach. Aktuelle Angebote finden Sie unter Haus kaufen in Lörrach.

Sie besitzen selbst ein älteres Haus oder haben eines geerbt? Dann hilft unser Beitrag zur Erbschaftsimmobilie in Lörrach. Ein Verkehrswertgutachten des Gutachterausschusses Lörrach-Wiesental ist derzeit nicht möglich: Die Geschäftsstelle nimmt seit dem 1. Dezember 2024 keine weiteren Aufträge an. Wie viel Ihr Haus im heutigen Zustand wert ist, schätzen wir bei einer kostenlosen Immobilienbewertung vor Ort ein.

iNOVO Infoabend: Altbau kaufen, Referenten

Wer hilft im Landkreis Lörrach weiter?

Bei Kauf und Sanierung eines alten Hauses helfen im Landkreis Lörrach Fachleute aus der Region: Energieberater Ilbert Worm bei Energieausweis, Sanierungsfahrplan und Förderung und Einrichten Schweigert in Maulburg bei Raumplanung und Einrichtung. Beide waren beim Infoabend am 15. Oktober dabei.

 

Energie und Förderung: Ilbert Worm

Ilbert Worm ist Energiefachberater in Lörrach und in der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes eingetragen. Er arbeitet seit vielen Jahren mit uns zusammen, sein Büro liegt wie unseres am Marktplatz 7. Sein Angebot laut energiefachberatungen.de:

  • Energieausweise als Bedarfs- oder Verbrauchsausweis
  • die vom BAFA geförderte Energieberatung mit Bestandsaufnahme vor Ort
  • individuelle Sanierungsfahrpläne mit konkreten Maßnahmen und einer Einschätzung der Investitionskosten
  • Hilfe bei Förderanträgen und die Begleitung von Sanierungen vor Ort

Er ist in Lörrach, Rheinfelden und im Wiesental bis zum Feldberg unterwegs.

 

Grundriss und Einrichtung: Jacqueline Schweigert

Jacqueline Schweigert ist Diplom-Designerin und Mitinhaberin von Einrichten Schweigert in Maulburg. Das Einrichtungshaus bietet Einrichtungsberatung und Raumplanung an (schweigert.de). Beim Infoabend zeigte sie mit ihrem Team, wie sich ein alter Grundriss anders nutzen lässt, welche Rolle Licht und Materialien spielen und welche Möglichkeiten es für Küche, Wohnen und Essen gibt.

 

Marktwert und Bausubstanz: iNOVO Immobilien

Wir ordnten ein, was ein älteres Haus am Markt wert ist: Lage, Bauweise, Entwicklungspotenzial und das Verhältnis von Kaufpreis und Zustand.

 

Kostenlose Erstberatung und Behörden

  • Zukunft Altbau, gefördert vom Umweltministerium Baden-Württemberg: kostenfreies Beratungstelefon 08000 12 33 33, Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr, dazu der Ratgeber haus-kaufen-erben.de.
  • Stadt Lörrach: kostenlose Einstiegsberatung zu Energie und Sanierung per Telefon, E-Mail oder nach Termin im Rathaus. Hausbesuche und Förderanträge gehören nicht dazu (loerrach.de).
  • Energieagentur Südwest in Lörrach, im öffentlichen Auftrag der Landkreise Lörrach und Waldshut: kostenfreie telefonische Energieberatung gemeinsam mit der Verbraucherzentrale (energieagentur-suedwest.de).
  • Denkmalschutz: Ob ein Haus ein Kulturdenkmal ist, sagt die untere Denkmalschutzbehörde, je nach Gemeinde der Gemeindeverwaltungsverband Lörrach oder Rheinfelden, die Stadt Weil am Rhein oder das Landratsamt Lörrach. Steuervorteile gibt es nur mit einer Bescheinigung dieser Behörde, wenn die Arbeiten vor Beginn mit ihr abgestimmt wurden (§§ 7i und 10f Einkommensteuergesetz).
  • Bodenrichtwerte: über das Landesportal BORIS-BW.

Häufige Fragen zum Kauf eines alten Hauses

Eine allgemeingültige Definition gibt es nicht, häufig gelten Häuser von vor 1949 als Altbau. Für Käufer zählen andere Stichtage: 1. November 1977 (erste Wärmeschutzverordnung), 31. Oktober 1993 (Asbest) und in Baden-Württemberg der 1. Januar 2009 (Erneuerbare-Wärme-Gesetz).

Ja, wenn Lage, Kaufpreis und Zustand zusammenpassen und Sie die Sanierungskosten vor dem Kauf kennen. Eine belastbare Grundlage liefert ein Sanierungsfahrplan. Die Beratung dafür fördert der Bund mit 50 Prozent, höchstens 650 Euro.

Sie müssen eine oberste Geschossdecke ohne ausreichenden Wärmeschutz oder das Dach darüber dämmen, außerdem ungedämmte Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen. Zwei Jahre Zeit haben Sie, wenn Ihr Kauf der erste Eigentümerwechsel seit dem 1. Februar 2002 ist und der Eigentümer an diesem Tag selbst im Haus wohnte.

Nein. Seit dem 29. Juli 2026 gibt es keine Pflicht mehr, alte Heizkessel nach 30 Jahren auszutauschen. Erneuern Sie die Heizung später, gilt in Baden-Württemberg das Erneuerbare-Wärme-Gesetz.

Ja. Familien mit mindestens einem Kind unter 18 können für ein Haus mit Effizienzklasse F, G oder H den KfW-Kredit 308 „Jung kauft Alt“ nutzen, wenn sie es binnen 54 Monaten mindestens auf Effizienzhaus 85 EE sanieren. In Baden-Württemberg gibt es zusätzlich das Z15-Darlehen der L-Bank, mit mindestens einem Jahr Wartezeit.

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Manche Häuser vermitteln wir, ohne dass sie auf einem Immobilienportal erscheinen: an Suchkunden, die bei uns ein Suchprofil hinterlegt haben. Legen Sie Ihr kostenloses Suchprofil an oder schreiben Sie uns direkt.

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Elisa Winterhalter, Vertriebstechnische Assistentin bei iNOVO Immobilien

Jessica Gempp

gepr. Immobilienfachwirtin der IHK

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Quellen

Dieser Beitrag ersetzt keine Energie-, Förder- oder Rechtsberatung im Einzelfall. Alle Quellen wurden am 16. und 17.09.2026 abgerufen.