Immobilienmarkt Lörrach
Krankenhaus-Areal Lörrach: 3,2 Hektar mitten in der Stadt werden frei
Mit dem Umzug des Kreiskrankenhauses in das neue Zentralklinikum wird im Herzen von Lörrach ein rund 3,2 Hektar großes Areal frei. Die Stadt Lörrach entwickelt daraus ein urbanes Quartier mit vielfältigen Wohnformen, wohnverträglichen Dienstleistungen sowie Grün- und Freiflächen.
Innerstädtische Flächen dieser Größe kommen in Lörrach praktisch nie auf den Markt. Was dort entsteht, betrifft deshalb nicht nur die künftigen Bewohner, sondern auch alle, die im Umfeld eine Immobilie besitzen oder suchen.
Inhalt dieses Beitrags
Alle Fakten zum Krankenhaus-Areal auf einen Blick.
Was passiert mit dem Krankenhaus-Areal in Lörrach?
Das Areal des heutigen Kreiskrankenhauses wird zu einem Wohnquartier umgebaut. Sobald der Klinikbetrieb in das neue Zentralklinikum umgezogen ist, beginnt die Stadt Lörrach mit der schrittweisen Neuordnung der Fläche.
Der Weg dorthin ist bereits eingeleitet. Die Stadt hat im April 2026 einen Beteiligungsprozess gestartet, in dem Bürgerinnen und Bürger ihre Vorstellungen einbringen konnten. Darauf folgt ein städtebaulicher Wettbewerb, bei dem Architektur- und Stadtplanungsbüros Entwürfe für das künftige Quartier einreichen.
Abgeschlossen ist inzwischen die Vorbereitende Untersuchung. Das ist ein formales Verfahren, mit dem die Stadt prüft, ob das Gebiet als Sanierungsgebiet ausgewiesen werden kann. Der Gemeinderat hatte sie am 23. Oktober 2025 beschlossen, die Befragung der anliegenden Haushalte lief bis Februar 2026, über Strukturatlas und Bericht hat der Gemeinderat am 23. Juli 2026 beschlossen.
Eine förmliche Ausweisung als Sanierungsgebiet hat die Stadt bisher nicht bekanntgegeben; sie will das Areal beim Land für ein Städtebauförderprogramm anmelden. Das klingt technisch, hat aber handfeste Folgen: In einem Sanierungsgebiet gelten besondere Regeln für Verkäufe und bauliche Veränderungen, und es können Fördermittel fließen.
Wie groß ist das Areal und warum ist das ungewöhnlich?
Das Krankenhaus-Areal in Lörrach umfasst rund 3,2 Hektar, also etwa 32.000 Quadratmeter, in innerstädtischer Lage.
Zum Einordnen: Die Neubaugebiete, über die wir in den vergangenen Jahren berichtet haben, liegen am Stadtrand. Bühl III in Brombach und Belist in Haagen erschließen neues Bauland auf bisher unbebauter Fläche.
Das Krankenhaus-Areal ist das Gegenteil: eine bereits bebaute, voll erschlossene Fläche mitten im Stadtgefüge. Wer hier einzieht, wohnt fußläufig zur Innenstadt. Genau diese Lagen sind in Lörrach am knappsten.
Was soll auf dem Areal entstehen?
Im Fokus steht Wohnen für unterschiedliche Zielgruppen. Ergänzt wird es um wohnverträgliche öffentliche, gemeinschaftliche und gewerbliche Nutzungen sowie um Grün- und Freiflächen.
Die Stadt beschreibt das Ziel als lebendiges, urbanes Quartier. Was das konkret bedeutet, also wie viele Wohneinheiten entstehen, welcher Anteil davon gefördert wird und wie hoch gebaut werden darf, entscheidet sich erst mit dem Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs und dem anschließenden Bebauungsplan.
Wichtig für Interessenten: Bis dahin gibt es keine belastbaren Zahlen zu Wohnungen, Preisen oder Bezugsterminen. Wer Ihnen heute schon konkrete Quadratmeterpreise für dieses Quartier nennt, spekuliert.
Nicht verwechseln: das zweite Krankenhaus-Areal in Lörrach
Lörrach bekommt derzeit gleich zwei ehemalige Krankenhausflächen zurück. Neben dem Kreiskrankenhaus an der Spitalstraße, um das es in diesem Beitrag geht, wird auch das St. Elisabethen-Krankenhaus an der Feldbergstraße frei, denn auch dieser Standort zieht in das neue Klinikum um.
Dort ist die Entwicklung schon einen Schritt weiter: Im Juli 2026 hat die Landmarken AG aus Aachen das rund 21.450 Quadratmeter große Grundstück mit seinen Bestandsbauten vom Orden der Barmherzigen Schwestern gekauft, dem das Gelände gehört. Der Klinikbetrieb selbst liegt seit 2018 bei den Kliniken des Landkreises Lörrach. Das städtebauliche Konzept, das die Stadt im April 2026 vorgestellt hat, bezieht auch den angrenzenden Parkplatz ein und sieht bis zu 340 Wohnungen vor, dazu einen Kindergarten, ein Quartierscafé und einen öffentlich zugänglichen Innenhof. Der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan wird bis Ende 2028 angestrebt.
Für Käufer ist das Elisabethen-Areal damit das greifbarere Projekt: ein privater Investor, eine konkrete Wohnungszahl, ein kürzerer Zeithorizont. Wir stellen es in einem eigenen Beitrag vor.
Wie ist der Zeitplan für das Krankenhaus-Areal?
Die Entwicklung des Areals ist ein Projekt über mehr als ein Jahrzehnt. Die Stadt Lörrach nennt diese Schritte (Stand Juli 2026):
- Vorbereitende Untersuchung: abgeschlossen, Bericht im Gemeinderat am 23. Juli 2026
- Bürgerbeteiligung: Auftakt Ende April 2026 beim Frühlingsfest auf dem Areal, danach Workshops mit den städtischen Beiräten und Kommissionen
- Städtebaulicher Wettbewerb: geplante Beschlussfassung über die Auslobung im September 2026, europaweite Ausschreibung im November 2026; 15 Planungsteams erarbeiten Entwürfe, betreut von der Stadtbau Lörrach
- 2027 bis 2032: Flächennutzungsplan, Bebauungsplan und Vorbereitung der Grundstücksvergabe
- Baubeginn: voraussichtlich 2032
Voraussetzung für alles ist der Umzug des Klinikbetriebs. Das neue Klinikum, das inzwischen Dreiland-Klinikum heißt, soll zum Jahresende 2026 baulich fertig sein; mit den ersten Patienten wird im ersten Quartal 2027 gerechnet (Stand Januar 2026).
Was bedeutet das für Eigentümer und Käufer in Lörrach?
Ein neues Quartier mit rund 200 Wohnungen, so die Planungsgröße, die die Stadt Lörrach auf ihrer Seite zum Wohnungsbau nennt, verändert sein Umfeld: die Nachfrage, die Infrastruktur und die Aufenthaltsqualität in den angrenzenden Straßen.
Das gilt aus unserer Sicht:
Für Eigentümer in Lörrach kann die Entwicklung langfristig positiv sein. Die Stadt bleibt durch ihre Nähe zu Basel, ihre Infrastruktur und ihre zentrale Lage im Landkreis ein gefragter Wohnstandort. Auch der Umzug des Krankenhauses muss deshalb kein Nachteil sein. Weniger Durchgangs- und Rettungsverkehr sowie neue Entwicklungsmöglichkeiten rund um den bisherigen Klinikstandort könnten die Wohnqualität sogar verbessern und sich positiv auf Immobilienwerte auswirken.
Dass gleichzeitig auch Steinen und Umgebung eine neue Wertsteigerung durch das Kreiskrankenhaus erwarten, ist kein Widerspruch. Dort kann das Klinikum als großer Arbeitgeber und neuer Infrastrukturstandort einen stärkeren Entwicklungsschub auslösen, während Lörrach vor allem durch eine mögliche Aufwertung der Wohnqualität profitieren könnte.
Lörrach bleibt attraktiv. Die Nachfrage nach Wohnraum dürfte durch die Lage im Dreiländereck und die enge Verbindung zu Basel auch künftig hoch bleiben. Drei Punkte lassen sich heute schon sagen:
- Innenstadtlagen werden neu bewertet. Wenn 3,2 Hektar zusätzlicher Wohnraum in Gehweite zur Innenstadt entstehen, verschiebt das die Angebotslage in einem Segment, das bisher extrem knapp war.
- Ein Sanierungsgebiet bringt Regeln mit. Wird das Gebiet ausgewiesen, brauchen Verkäufe und bauliche Veränderungen darin eine Genehmigung der Stadt. Eigentümer in unmittelbarer Nachbarschaft sollten das im Blick behalten.
- Der Zeithorizont ist lang. Die Stadt rechnet mit einem Baubeginn um 2032, Schlüsselübergaben liegen also noch weiter entfernt. Wer jetzt in Lörrach kaufen möchte, sollte nicht darauf warten.
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Häufige Fragen zum Krankenhaus-Areal in Lörrach
Sie haben weitere Fragen zur Entwicklung in Lörrach? Sprechen Sie uns an – wir verfolgen die Projekte in der Region laufend.
Das Areal des Kreiskrankenhauses Lörrach wird nach dem Umzug in das neue Zentralklinikum zu einem Wohnquartier entwickelt. Die rund 3,2 Hektar große Fläche im Herzen der Stadt soll Wohnraum für unterschiedliche Zielgruppen aufnehmen, ergänzt um wohnverträgliche Dienstleistungen sowie Grün- und Freiflächen.
Das Krankenhaus-Areal in Lörrach umfasst rund 3,2 Hektar, also etwa 32.000 Quadratmeter. Es liegt innerstädtisch und ist bereits vollständig erschlossen. Flächen dieser Größe kommen in zentraler Lage nur selten auf den Markt.
[NEU 10.09.2026 – bitte prüfen] Das Zentralklinikum Lörrach, inzwischen Dreiland-Klinikum genannt, soll zum Jahresende 2026 baulich fertig sein. Mit den ersten Patienten wird im ersten Quartal 2027 gerechnet (Stand Januar 2026). Erst nach dem Umzug des Klinikbetriebs beginnt die Neuordnung des alten Areals.
Nein. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es weder einen Bebauungsplan noch konkrete Wohneinheiten, Preise oder Bezugstermine. Diese Angaben entstehen erst nach dem städtebaulichen Wettbewerb und der anschließenden Bauleitplanung.
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Die Stadt verändert sich, und mit ihr der Markt. Wir beobachten die Projekte in Lörrach und im gesamten Landkreis laufend und ordnen für Sie ein, was das für Ihre Immobilie bedeutet.
Jessica Gempp
gepr. Immobilienfachwirtin der IHK
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